| Dezember 1983 | Meine fotographische Karriere startete ich im Alter von zehn Jahren mit einer Polaroid 630-Sofortbildkamera, die ich zu Weihnachten bekam. Damals hielt ich das Ding für das Genialste von der Welt - Fotos machen und schon fünf Minuten später bestaunen! Die offensichtlichen Makel an diesem System - zwei Mark pro Foto, hundsmiserable Bildqualität und dank filmkassettenintegrierter Wegwerfbatterie Umweltsünde pur - gingen mir erst später auf.
Fotos, die dieses Gerät produzierte, mögen vereinzelt noch existieren, aber sowas will heutzutage wirklich niemand mehr sehen. |
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| Januar 1986 | Ich bekam eine Agfa Rapid geschenkt und belichtete damit genau einen Film. Die Kamera hatte ein Feature, das mir - im Vergleich mit der Silette meines Vaters - geradezu revolutionär erschien: In den Sucher wurde ein ovales Feld eingespiegelt, dessen eine Hälfte rot war, und dessen andere Hälfte grün wurde, wenn das Licht für ein Foto ausreichte! So einfach konnte also fotografieren sein. Der Haken an der Sache - schon damals war 35mm-Rollfilm längst nicht so einfach zu bekommen wie Kleinbildfilme, und mittlerweile ist die Produktion komplett eingestellt worden. So fristet die Rapid seither ein Leben im Schrank, und zwar ganz hinten, denn sie sieht nicht mal schön aus. | |
| Mai 1987 | Für eine Klassenfahrt nach Sankt Peter-Ording bekam ich von meinem Vater seine alte Agfa Silette SL geliehen, mit der er jahrzehntelang hervorragende Fotos geschossen hatte, bevor er sich mitte der Achtziger eine Minolta X-500 anschaffte.
Die Silette hatte ein Agfa Color-Solinar 1:2,8/50mm-Objektiv, einen Zentralverschluß bis zur 1/300-Sekunde und als Belichtungsmesser eine Selenzelle mit Lichtzeiger. Das Grundprinzip, nach dem hier vorzugehen war, war mir sehr wohl klar, doch schaffte ich es, ungefähr die Hälfte aller Klassenfahrtfotos dramatisch überzubelichten. So kam es, daß ich die Silette - in Verkennung der Bildqualität, die sie mitbrachte - alsbald verschmähte und von einer Minolta 7000 zu träumen begann. Dieses Desinteresse sollte mir Jahre später eine nette Überraschung bescheren; im Mai 2003 nahm ich die Silette mal wieder in die Hand, löste spaßeshalber aus, betätigte den Vorspulhebel, und siehe da - das Rückspulrad drehte sich mit! In der Silette war also noch ein Film, und zwar seit über vierzehn Jahren! Es handelte sich um einen Ilford FP4, und trotz seines Alters waren auch die Bilder, die ich 1989 geschossen hatte, absolut in Ordnung! Das brachte mich dazu, die Kamera zu reaktivieren und damit ein wenig herumzutesten. Obwohl die Silette fast fünfzig Jahre alt sein dürfte, ist sie in einem hervorragenden Zustand, und die Fotos, die ich mit ihr geschossen habe, sind scharf und brillant. Ja, damals wurde noch Qualität gebaut! |
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| Mai 1988 | Nach monatelangem Träumen und Prospektewälzen erfüllte sich zu meiner Konfirmation mein langgehegter Traum in Form einer Minolta 7000 mit 1:4/35-70mm-Zoomobjektiv. Meine erste eigene Spiegelreflex, und ich war nicht mal fünfzehn! Irre.
Gegenüber ihren Vorgängerinnen war dieses Gerät fürstlich ausgestattet - Programmautomatik, 1/2000-Sekunde als schnellste Verschlußzeit, ein Motorantrieb mit zwei Bildern pro Sekunde und natürlich Autofokus - damals noch keine Selbstverständlichkeit! Bis heute habe ich mit der 7000 fast 5000 Bilder gemacht (davon rund 3500 Dias), und sie funktioniert immer noch wie am ersten Tag. Ich kann nicht genau sagen, warum ich sie trotzdem nicht mehr oft benutze. Einerseits übernahm natürlich ab 2001 die F4 die Rolle als führende Kamera in meinem ständig wachsenden System; andererseits nehme ich an, daß es mich irgendwie stört, daß die Bedienung ausschließlich über Tasten vor sich geht. Rädchen und Hebel scheinen mir irgendwie lieber zu sein. |
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| September 1988 | Ich war damals begeisterter Leser des "fotoMagazins". In der Oktober-Ausgabe 1988 war eine doppelseitige Anzeige abgedruckt, die mir sofort den Atem verschlug - Nikon brachte die F4 heraus. Die Anzeige zeigte die F4 von oben, mit den geschwungenen Linien, dem wuchtigen Sucher und den markanten konventionellen Bedienelementen - kein LCD, keine Tasten, nur Rädchen, Hebel und eine Rückspulkurbel. Ich war restlos begeistert und verfolgte die Markteinführung der F4 in der folgenden Zeit ziemlich genau, wohl wissend, daß ich mir ein solches Gerät nicht so bald würde leisten können - das F4-Gehäuse kostete um die 3200 Mark, als F4s sogar 3400, und ich bekam ein ganz normales Taschengeld. Wie lange müßte ich sparen? Zu lange...
Ich begnügte mich also damit, von der F4 zu schwärmen. Ich besorgte mir einen Prospekt, und mehr als einmal ging ich Fotohändlern auf die Nerven, indem ich mir so ein Ding mal zeigen ließ und damit herumspielte. |
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| Dezember 1989 | Mit der F4 außer Reichweite machte ich mich daran, mein eigenes System zu erweitern, und leistete mir zu Weihnachten für rund 400 Mark den zur 7000 passenden Blitz Minolta AF 4000. Ein herrliches Gerät - Leitzahl 40 bei ISO 100, Zoomreflektor, TTL-fähig. Aber leider auch riesengroß und schwer, und die Kombination von Kamera und Blitz neigt dazu, nicht einfach am Tragegurt zu baumeln, sondern kippt mit schöner Regelmäßigkeit vornüber. | |
| November 1994 | Nach dem Abitur im Jahre 1993 und den damit zusammenhängenden Fotoarbeiten am Abi-Jahrbuch hatten meine fotographischen Aktivitäten enorm nachgelassen. Das hing unter anderem damit zusammen, daß mein gutes altes 35-70mm-Zoom anfing, herumzuzicken. Offensichtlich waren die Blendenlamellen verharzt, und so brachte ich das gute Stück zu einem renommierten Foto-Reparaturgeschäft. Für gut 100 Mark ließ ich die Lamellen reinigen und neu ölen, und eine Weile flutschte das ganze auch recht anständig, aber wenige Monate später war die Freude schon wieder dahin - selbstverständlich nach Ende der Garantiezeit.
Also biß ich in den sauren Apfel und investierte mein 1994er Weihnachtsgeld in ein neues Objektiv, ein Minolta AF 1:3,5-4,5/35-105mm. Obwohl Minolta damals längst Objektive aus Plastik fertigte, war dieses von anständiger mechanischer und optischer Qualität. |
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| Dezember 1994 | Beim Herumzeigen einiger Schwarzweißbilder von einem Boßelturnier zwischen dem Hamelner und dem Rintelner Katasteramt wurde ich von einem Kollegen gefragt "Vergrößern Sie eigentlich selbst?" Ich mußte verneinen, ahnte allerdings im ersten Moment noch nicht, worauf die Frage abzielte. Einige Tage später erhielt ich von besagtem Kollegen sein seit längerem ungenutztes Vergrößerungsgerät geschenkt! Einige Umbaumaßnahmen und einen Einkauf später konnte ich um Weihnachten herum mein eigenes kleines Schwarzweißlabor in Betrieb nehmen. So manchen Abend verbrachte ich im stillen Kämmerchen und vergrößerte mit Begeisterung vor mich hin, bevor schließlich das Studium zuviel Aufmerksamkeit auf sich zog und der Raum für andere Dinge benötigt wurde. So wartet seit einigen Jahre der Vergrößerer geduldig darauf, reaktiviert zu werden. | |
| Februar 1995 | Meine 7000 war mir lieb und heilig, und nicht selten hatte ich ein seltsames Gefühl, wenn ich sie mit auf Reisen nahm. Außerdem war Zubehör für das Minolta-AF-System nur sehr teuer zu bekommen. Ich beschloß daher, mir ein preiswertes Zweitgehäuse anzuschaffen. Da es Ebay damals noch nicht gab, griff ich zum heißen Draht und fand eine Anzeige, in der eine Minolta XG-M mit einem MC Rokkor 1:1,4/50mm angeboten wurde. Inkompatibel mit meinem System, aber genau das, was ich suchte. Ich rief den Verkäufer an und fuhr nach Hannover, nahm das Gerät in Augenschein und stellte fest, daß es in erstklassigem Zustand war, das Objektiv frei von jeglichen Kratzern oder Fusseln, die Kamera technisch und optisch einwandfrei. Für 350 Mark nahm ich beides sofort mit. Ein Kauf, den ich nicht bereuen sollte! | |
| Februar/April 1995 | Es stellte sich heraus, daß das Fotografieren mit der XG-M irgendwie mehr Spaß machte als mit der 7000! So kam es, daß ich dieses System binnen kürzester Zeit um ein Tokina EL 1:2,8/28mm und ein Minolta 1:3,5/135mm erweiterte. Mit dieser Ausstattung, die mich insgesamt weniger gekostet hatte als damals das Gehäuse der 7000, schoß ich in knapp vier Jahren fast 2000 Fotos, davon über 600 während eines elftägigen USA-Urlaubs. | |
| Januar 1999 | Im Zweifel über die Diebstahlsicherheit tschechischer Hotels nahm ich meine XG-M mit, als ich zu einem Skiurlaub nach Harrachov aufbrach. Meine Sorge war unbegründet, dennoch endete dieser Urlaub für die Kamera bitter:
Während eines Tauwettertages probierte ich im Hotelzimmer den Cullmann-Blitz einer Mitreisenden aus. Er funktionierte - die Kamera danach aber nicht mehr. Offensichtlich hatte der Blitz die Kameraelektronik zerschossen; die Kamera zeigt seitdem zwar die korrekte Belichtungszeit an, löst aber bei Zeitautomatik generell mit einer 1/1000-Sekunde aus. Dieser Umstand brachte mich dazu, wieder öfter die 7000 zu benutzen, allerdings dachte ich keinen Moment lang daran, die XG-M wieder abzustoßen! Im manuellen Modus und mit ein wenig Geduld macht die Kamera auch heute noch grandiose Bilder. Das Verfahren ist zwar etwas kompliziert (Blende einstellen, Auslöser antippen, Zeit merken und am Zeitenrad einstellen, Auslösen), führt aber stets zum Erfolg, man muß nur genug Zeit mitbringen. |
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| Oktober 2001 | Inzwischen war ich mit dem Studium fertig und nach Aachen gezogen. Und ich hatte Ebay entdeckt. So kam es, wie es kommen mußte - am 15. Oktober 2001 stieß ich auf eine Auktion, in der eine Nikon F4s angeboten wurde, in erstklassigem Zustand und mit allerlei Zubehör - kleines Batterieteil, Augenmuschel, zusätzliche Einstellscheibe, 52mm-Umkerring.
Ich zögerte einige Zeit, dann schlug ich zu und drückte auf "Sofort-Kaufen". Selbstverständlich war mir mulmig zumute, aber ein paar Tage später kam tatsächlich das Paket an und enthielt keine Backsteine, sondern eine leibhaftige F4, wie sie schöner nicht hätte sein können! Der Auktionstext hatte nicht zuviel versprochen.
Nun fehlte mir zu meinem Glück noch ein Objektiv. Meine Wahl fiel auf das AF Nikkor 1:3,5-5,6/24-120mm. Im nachhinein bin ich mit dieser Wahl nicht völlig zufrieden, da ich des öfteren den Eindruck habe, daß die Bildqualität nicht wirklich erstklassig ist, aber ich habe mit dieser Kombination schon so manches nette Foto zustandebekommen. Und eins ist das 24-120mm-Zoom in jedem Fall - praktisch.
Die F4 hielt nicht allein Einzug in den Haushalt - passend dazu schaffte Sanny sich eine F80 an, komplett mit größerem Batterieteil (faßt vier Mignons anstelle zweier Lithiums) und 1:3,5-4,5/28-105mm-Zoom.
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| November 2001 | Im Hinblick auf die anbrechende dunkle Jahreszeit lag es nah, ein Blitzgerät für die beiden Kameras anzuschaffen. Die Wahl fiel auf einen Metz 70 MZ-5 - ein recht ausladendes Gerät, aber mit genug Power, um Licht in dunkelste Ecken zu bringen. Zwar wiegt die Kombination von F4, Objektiv und Blitz über 3,3 Kilo, aber wenigstens ist das Gewicht so verteilt, daß nix vornüberkippt. ;-) | |
| Dezember 2001 | Ebay hat so seine Tücken - stundenlang könnte man stöbern und wühlen, und die Größe des Angebots ist überwältigend. Man findet einfach alles, und so fand auch ich so einiges, um mein Minolta-System zu erweitern; mit einer XG-1 und einem RMC-vergüteten Tokina 1:4/80-200mm-Zoom. Beides zusammen kostete gerade mal 130 Mark.
Außerdem leistete ich mir ein 1:8/500mm-Spiegeltele mit T2-Anschluß. Nicht gerade ein optisches Meisterwerk, aber wenn das Licht richtig steht und wenig Dunst in der Luft liegt, kann man auch schon mal Glück haben. |
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| Februar 2002 | Auch das Nikon-System wollte erweitert werden, und da für 2002 ein Urlaub in der Schweiz geplant war, bot sich die Anschaffung eines Weitwinkelzooms an. Die Wahl fiel auf ein AF Nikkor 1:3,5-4,5/18-35mm ED - eine exzellente Wahl, wie sich herausstellen sollte. Zwar zeigt sich bei 18mm Brennweite eine deutliche Verzeichnung, aber das Objektiv liefert gestochen scharfe und brillante Bilder.
Es boten sich schon zur Genüge Gelegenheiten, das Objektiv einzusetzen; ein Urlaub in der Schweiz, diverse Segeltörns und nicht zuletzt Polterabend und Hochzeit von Ulrike und Torsten. |
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| März 2002 | Der Metz-Blitz 70 MZ-5 war zwar leistungsfähig und fürstlich ausgestattet, aber Größe und Gewicht des Geräts führten dazu, daß es schon mal zuhause blieb und uns so das eine oder andere Motiv entging. Abhilfe schaffte die Anschaffung eines kleineren Blitzes, eines Metz 32 MZ-3. | |
| April 2002 | Bei Ebay findet man wirklich alles. Unter anderem fand ich einen Lichtschachtsucher für meine F4. Ohne großes Zögern schlug ich zu und erhielt alsbald einen wunderbar erhaltenen DW-20. Funktioniert, sieht klasse aus und macht was her, aber - ich habe ihn erst einmal benutzt. | |
| Juni 2002 | Für den Urlaub in der Schweiz fehlte uns noch ein Teleobjektiv. Die Wahl fiel auf ein Nikon AF 1:4-5,6/70-300mm G, weithin verschrieen als blendenringloses "Consumer-Zoom", aber von anständiger Qualität. Einzige Einschränkung: Die F4 läßt sich mangels Blendenring nur mit Programm- oder Blendenautomatik nutzen. Ausgleichende Gerechtigkeit - das 500er Spiegeltele funktioniert an der F80 überhaupt nicht. ;-) | |
| August 2002 | Der Schweizurlaub bot massenhaft Motive für das just erworbene Telezoom, aber viele davon erforderten eine ausgesprochen ruhige Hand, denn eine Anfangsöffnung von 5,6 bei 300mm ist nicht gerade für kurze Zeiten gut. Im Tessin half ein altes Revue-Stativ, aber für die Zukunft mußte etwas Komfortableres her - ein Manfrotto 434B-Einbeinstativ. | |
| April/Mai 2003 | Wieder mal schlug ich bei Ebay zu. Diesmal erstand ich für rund zehn Euro einen Satz Zwischenringe und für den absoluten Kampfpreis von einem Euro einen 2-fach-Telekonverter, beides für das Minolta-MD-System. So konnte ich mich in extreme Weiten vortasten (zum Beispiel beim Ablichten der partiellen Sonnenfinsternis am 31. Mai 2003 mit effektiven 1000 Millimetern Brennweite) und auch in den extremen Nahbereich; das Foto rechts zeigt das Innere einer Clematis-Blüte hinter dem Haus meiner Eltern, abgelichtet mit allen drei Zwischenringen und 50mm-Objektiv, freihändig in strahlender Maisonne.
Die Bilder der Sonnenfinsternis fielen leider nicht so prickelnd aus; da ich nur ein altes kleines Stativ dabeihatte, war die ganze Konstruktion äußerst anfällig gegen Schwingungen, und so kam die Sonne nicht allein aufs Bild sondern wurde von einem leicht versetzten Geisterbild begleitet. Nun ja, bei 1000 Millimetern Brennweite reicht ein Verwackeln von ein paar Bogensekunden aus, um die Bildschärfe zu versauen. Aber die nächste Finsternis kommt bestimmt, und dafür werde ich besser gerüstet sein - dank einem Manfrotto Triminor MA 055 PRO samt Junior Neiger MA 410. |
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| Juni 2003 | Bei einem Besuch in der Heimat stieß ich auf eine alte Franka Solida Record aus den fünfziger Jahren, die seit Jahrzehnten mit fehlendem Vorspulknauf ungenutzt herumgelegen hatte. Technische Daten: geeignet für 120er Rollfilm, belichtet 6x6-Negative, 1:8(!)/80mm-Objektiv mit Balgen, Zentralverschluß mit 1/30 Sekunde oder B. Der Wert dieses Geräts geht gegen null, dennoch war meine Neugier geweckt. Kurzerhand kaufte ich einen 120er Rollfilm und stieß bereits beim Einlegen auf Probleme. Das Weiterspulen des Films mit Hilfe einer Flachzange funktionierte zwar ganz gut, aber leider verpaßte ich die "1", die als schlichter schwarzer Strich am kleinen Fenster auf der Rückwand vorbeilief. Bewußt wurde mir das leider erst, als ich eine "4" im Fensterchen sah. Was nun? Drei Bilder verschenken? Niemals. Also ab unter die Bettdecke und zurück das ganze. Der zweite Versuch führte zum Erfolg, und es konnte losgehen. Ich nahm eine zweite Kamera (für die Belichtungsmessung!) sowie eine Flachzange zum Weiterdrehen mit und knipste zwölf Testbilder. Das Ergebnis war, nun ja, sagen wir mal ernüchternd. Zwar erhielt ich zwölf ziemlich korrekt belichtete Fotos, aber leider waren die etwas milchig und teilweise unscharf, was nicht an der Fokussierung lag, sondern offenbar an der Qualität des Objektivs oder aber an der mangelnden Parallelität von Bildebene und Objektivebene. Fazit: Vitrine.
Etwa zu derselben Zeit wurde ich auf ein Angebot bei Ebay aufmerksam: Zwei defekte Minolta-Gehäuse (XG-1 und XG-7) und ein 45mm-Objektiv. Die Artikelbeschreibung klang ganz so, als wären die Defekte nicht wirklich dramatisch, und so ersteigerte ich das ganze für 33 Euro. Und tatsächlich - die XG-1 hatte lediglich ein kleines Problem im Hauptschalter, das schon nach einem Tag behoben war. Die XG-7 litt hingegen an einem gravierenderen Makel; der Verschluß machte Zicken. Dieses Problem überstieg nun doch mein bastlerisches Können, und so fand das Gerät den Weg zurück in die eBay-Kategorie "Für Bastler" und brachte immerhin noch 16 Euro. |
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| Dezember 2003 | Der Einzug der digitalen Fotographie in unseren Haushalt war nicht länger aufzuhalten. Nachdem ich die Technik gegen Ende 2003 für einigermaßen ausgereift hielt und zur Genüge Tests und Berichte im Internet studiert hatte, bestellte ich eine Canon Powershot S50 incl. 1GB-Microdrive. Fünf Megapixel, Dreifachzoom (entsprechend 35-105mm bei Kleinbild), mannigfaltige manuelle Eingriffsmöglichkeiten, kompakte Form und eine hervorragende Bildqualität zeichnen dieses Gerät aus, und mehr als 1000 Fotos in den ersten drei Monaten sprechen eine deutliche Sprache; im selben Zeitraum kam die analoge Fotographie fast völlig zum Erliegen. Die Vorteile, die ich mir von der digitalen Knipserei erwartet hatte, traten allesamt ein - sorgloses Drauflosfotographieren, sofortige Weiterverarbeitung und freilich massenhaft Spaß mit der Video-Funktion (zum Beispiel unter Verwendung einer Legoeisenbahn als Kameraträger). Die Powershot ist mittlerweile ständiger Begleiter, aber qualitativ liegen zwischen analog und digital natürlich nach wie vor Welten, so daß ich mir nicht vorstellen kann, die analoge Fotographie jemals aufzugeben. |
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| Februar 2004 | Das Mittelformat - unendliche Weiten... Nach den ernüchternen Erfahrungen mit der Franka Solida war meine Neugier noch nicht gestillt. Nach längerer Stöberei im Internet fand ich schließlich die geeignete "Einsteiger"-Kamera für die Welt des Rollfilms - die Yashica Mat 124G. Weitere Kandidaten wären die Pentacon Six oder auch einige russische Modelle gewesen (Kiev...), aber Berichte über diverse Anfälligkeiten dieser Produkte schreckten mich ab, und so entschloß ich mich für die Yashica und wurde schließlich für rund 100 Euro bei Ebay fündig.
In einem Kühlschrank unseres Instituts lag ein gut zehn Jahre alter Schwarzweiß-Rollfilm, den niemand mehr benötigte und den ich als ersten Versuchsfilm nutzte. Die zwölf Bilder waren durch die Bank weg scharf und brillant und machten Lust auf mehr. Der einzige Haken an der Sache: Filmentwicklung und je ein Bild im Format 13x13 kostete stolze 24 Euro! Der Gedanke, das heimische Fotolabor irgendwann wieder in Betrieb zu nehmen, gewann an Faszination, aber erst mal standen andere Dinge an... |
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| November 2004 | ...denn am 30. August 2004 wurde Lucas geboren. Seine ersten Lebensmonate wurden penibelst dokumentiert, und es entstanden hunderte von Fotos; die meisten davon digital. Dabei stellte sich heraus, daß die Powershot nicht selten zu langsam für Lucas war; so manches Bild scheiterte am langsamen Autofokus. Zudem hatten wir bei jeder Blitzaufnahme ein schlechtes Gewissen - machen Babyaugen sowas mit oder nimmt er es uns irgendwann übel, so oft geblitzdingst worden zu sein? Die Lösung für beides war die Anschaffung einer Nikon D70. Dieses Gerät ist schneller als unser Sohn, und dank vorhandenem Metz-Blitzpark ist auch indirektes Blitzen kein Problem, auf daß sowohl die Bildqualität als auch Lucas' Augen davon profitieren. |
to be continued...