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Nun gut, das war also Kos, dann mal raus aus dem Flieger und über eine Treppe hinunter aufs Rollfeld. Aussteigen in fremden Gefilden, fast wie einst Neil Armstrong - O.K., der Mond war wohl kaum so schwül wie dieses Eiland hier, aber von ähnlich karger Vegetation. Immerhin - der Wetterbericht hatte recht behalten, selbst bei Nacht war es herrlich warm; nach dem wolkenverhangenen Rheinland und drei Stunden im vollklimatisierten Touristencontainer eine herrliche Abwechslung und überdies ein Beitrag zur Vorfreude auf die kommenden zwei Wochen. Segeln im Dodekanes, dem Zwölfinselreich, dessen Name entweder bescheidener Untertreibung zuzuschreiben ist oder aber der Unfähigkeit der Bewohner, ihre Habseligkeiten anständig durchzuzählen - wollen wir im Geiste der antiken Mathematiker, die dieses Land hervorgebracht hat, ersteres hoffen. Ein Bus (nach Zug und Flieger zu vermerken als Fortbewegungsmittel Nr. 3 auf dieser Reise) beförderte uns in eine überraschend kleine Empfangshalle, wo wir sogleich zwei Mitsegler und - nicht ganz so gleich - auch unser Gepäck antrafen, das - welch Erleichterung - denselben Flug genommen hatte wie wir. Mit alledem im Schlepptau galt es, Fortbewegungsmittel Nr. 4 aufzutun und zu besteigen, ein Taxi, dessen Chauffeur ich unberechtigterweise für den schlechtesten Autofahrer der Welt hielt. Tatsächlich war er nur der zweitschlechteste, wie sich zwei Wochen später auf der entgegengesetzten Route herausstellen sollte, doch bereits dieser zwanzigminütige Ritt über die nächtliche Insel entpuppte sich als geeigneter Belastungstest für die bevorstehende Segelei; derartige Beschleunigungen waren selbst bei Windstärke sieben nicht zu toppen! Dennoch - der alte Daimler vermochte uns punktgenau an den angepeilten Steg von Kiriacoulis Yachting zu verbringen und führte dabei einzig vermittels eines altersschwachen Spanngurts sogar unser komplettes Gepäck im nicht mehr zu schließenden Kofferraum verlustfrei mit! Der Grad unserer Erleichterung beim Entsteigen des Vehikels läßt sich nur schwer in Worte fassen.
Da waren wir also, die letzten vier von insgesamt 25 Seglern, die dasselbe Abenteuer gebucht und sich dank früherer Ankunft bereits auf die drei leise vor sich hindümpelnden Schiffe verteilt hatten. So mancher war bereits eingestimmt und konnte mit dem eigenen Schwanken die Schiffsbewegungen kompensieren, andere wiederum hatten, während wir in elf Kilometern Höhe noch an unseren eingeschweißten kulinarischen Kostbarkeiten zerrten, bereits einen gemütlichen und sättigenden Blick in die landesübliche Küche geworfen, die noch so manche Überraschung für uns bereithalten sollte, und kehrten jetzt wohlig gesättigt an den Steg zurück, der sich allmählich füllte. So begegneten wir nunmehr auch dem Urheber der ganzen Angelegenheit, dem Flotillenbeauftragten Dirk "4H" Henke, der uns fröhlich willkommen hieß. Eins einte ihn mit der griechischen Küche - auch er sollte noch für allerlei Überraschungen gut sein. :-)
Eine Bavaria 41H mit dem Namen "Lithi" (gegenüber den Schwesterschiffen "Irene" und "Selas" dank dem enorm hohen Lispelfaktor des Theta ungleich schwieriger auszusprechen) sollte für die kommenden zwei Wochen unser schwimmendes Heim darstellen, und so ging es nunmehr an die Kabinenbelegung, die ich jedoch unter Hinweis auf ein Zitat unseres alten Freundes Gorbi unerwähnt lassen möchte. ;-)
Wenig später jedenfalls betteten wir uns voller Vorfreude auf ein zweiwöchiges Segelabenteuer zur Ruhe und ließen uns vom sanften Wippen der Lithi geruhsam in den Schlaf schaukeln...
Tag 2: Marina Kos - Ormos Kamari |